HLV trauert um Volker Wollschläger
  01.03.2021 •     HLV


Im Alter von 80 Jahren ist vergangenen Donnerstag Volker Wollschläger nach langer schwerer Krankheit gestorben. Die hessische Leichtathletik-Gemeinde nimmt Anteil am Verlust dieses ehrenvollen Mitglieds und wünscht den Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Volker Wollschläger, geboren 1940 im Taunusstädtchen Nastätten, kam erst während seiner Ausbildung für den gehobenen Justizdienst über den Betriebssport zur Leichtathletik. Als 21-Jähriger wurde er von seinen Arbeitskollegen an der Staatsanwaltschaft Frankfurt zum Mitlaufen animiert und schloss sich wenig später Eintracht Frankfurt an. Es waren vor allem das Gemeinschaftsgefühl und die Vereinswettkämpfe auch ins benachbarte Ausland, die dem Hessen große Freude bereiteten. Von seinen Leistungen her eher der Mittelklasse zuzuordnen, entdeckte Wollschläger bald seine besondere Leidenschaft für die Kampfrichtertätigkeit, besuchte fleißig Lehrgänge und so folgte 1974 der Einstieg ins Ehrenamt. 1981 übernahm Wollschläger die Aufgabe des Wettkampfwartes im Bezirk Frankfurt und vier Jahr später übernahm er die gleiche Position beim HLV. Als designierter Nachfolger des damaligen HLV-Präsidenten Erwin Sichmann 1993 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, entschied sich Wollschläger jedoch im gleichen Jahr neuer Wettkampfwart des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zu werden.

Volker Wollschläger hat sich große Verdienste um die hessische und deutsche Leichtathletik erworben. Neben den Aufgaben des Wettkampfwartes übernahm er immer wieder gerne die erforderliche Umstrukturierung von Satzungen und Ordnungen sowohl im HLV als auch DLV. Der langjährige Vorsitzende der DLV-Regelkommission war maßgeblich an der Neuordnung der internationalen und nationalen Wettkampfregeln beteiligt. Für sein herausragendes Engagement wurden dem Hessen zahlreiche Auszeichnungen verliehen, unter anderem 1991 die DLV-Ehrennadel in Silber. Der Hanns-Braun-Gedächtnis-Preis wurde Wollschläger 2002 für besondere Leistungen und außerordentliche Verdienste in der Führung der deutschen Leichtathletik verliehen. 2009 folgte die Überreichung des DLV-Ehrenringes, eine Auszeichnung für besonderes Engagement um die Entwicklung und Förderung der Leichtathletik.

Die gesamte Familie Wollschläger ist leichtathletikverrückt. Frau Ute, Tochter Ulrike und Sohn Dirk waren ebenfalls sehr engagiert in ihrer Sportart, wofür die Familienmitglieder 2002 im Rahmen der HLV-Meisterehrung ausgezeichnet wurden. Volker Wollschläger war stets ein unternehmungsfreudiger und reiselustiger Zeitgenosse und bleibt uns als herzlicher und unaufdringlicher Mensch in Erinnerung. Der Liebhaber von Opern, Operetten und des Theaters war noch lange ein gern gesehener Gast bei HLV-Verbandstagen.

 


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